Diese Saison

Wurde ja auch Zeit:

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Fast schon wieder zu warm, kaum dass der Schnee weg ist – aber hilft ja nix, das Rad will bewegt sein … Und da hab ich nun extra wieder ein Fotoblog, aber da sehen Hoch­formate nicht so richtig gut aus :-)

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Was macht die Fahrradlampe im Fotostudio?


Na, ganz einfach: Sie macht Licht :)
Schließlich habe ich in meinem Mini-Kellerstudio keinen Platz für „erwachsene“ Fotoleuchten und setze deshalb meist mit Taschenlampen Akzente. Nun habe ich aber vor einigen Tagen auf dem Dachboden diese Fahrradleuchte wiedergefunden, eine Sigmasport Mirage aus den dunklen Zeiten vor LED-Frontlicht und Nabendynamo. Damals war das was richtig Tolles, mit fettem Bleiakku, der mit Mühe in den Flaschenhalter passte. Der ließ sich zwar, kein Wunder nach all den Jahren, nicht mehr aufladen; aber weil sich der Halogenscheinwerfer auch direkt am Netzteil betreiben lässt, habe ich ihn kurzerhand fürs Fotostudio rekrutiert. Und nach zehn Minuten Bastelei
Stativgewinde
war er auch bereit, sich auf dem Lampenstativ befestigen zu lassen – die Halterung ist etwas breiter als nötig, damit sich bei Bedarf auch noch ein Lichtformer oder Diffusor improvisieren lässt :-)

Vernetztes Radeln, oder Smart ist doof

Mein kleiner Besinnungsaufsatz über die segensreiche Minderkomplexität des Fahrrades ist jetzt rund fünf Jahre alt. In fünf Jahren kann eine Menge [1] passieren [2]

Ein Fahrradschloss, das sich von selbst öffnet, sobald ich mit meinem Smartphone in die Nähe komme? Super, klau mir mein Handy, und ich liefere dir das Fluchtfahrzeug gratis dazu.

Im Velo eingebaute Sensoren sagen dem Service Bescheid, wenn die Bremsbeläge verschlissen sind? Äh, pardon: Mal abgesehen davon, dass jeder Radler mit intakten Synapsen in den Fingern das selbst mitbekommt, klingen solche Szenarios nach Wartungsverträgen der Kategorie „sauteuer“.

Und über den Irrsinn der systematischen Selbstvermessung*, der sich nach den Vorstellungen der Industrie auch aufs harmlose Radfahren erstrecken soll, verliere ich lieber keine Worte.

Aber selbst wenn man all das dufte fände: Woher soll der Strom für all die Gimmicks kommen? Nach meinen bisherigen, anfangs recht ausgiebigen Erfahrungen damit, einen zusätzlichen Verbraucher an den Dynamo zu klemmen, wage ich zu behaupten: Das taucht nix. – Wie auch? Wenn man selbst stationär im gefühlten 14-Tage-Rhythmus die Mikro-USB-Ladekabel durchtauscht, weil die ständig Wackler haben, dann darf man auf dem landestypischen Radweg keine hohen Ansprüche an die Stromversorgung stellen.

Und vor allem macht man sich damit wieder von der Verfügbarkeit diverser zivilisatorischer Pseudoinnovationen abhängig, die man beim Radeln eigentlich hinter sich gelassen hatte. Aber trau dich mal mit deinem schwervernetzten Bike ein paar Tage zum Wildcampen in die Pampa … Oder um Wolfgang von der lokalen Radler-Mailingliste zu zitieren:
Wie war das noch mit der Freiheit und Unabhängigkeit des Radfahrers?

***

*ich weiß, dass mindestens einer von euch Stammlesern das anders sieht. Aber wir müssen ja nicht über alles einer Meinung sein ;-)

Immer nach Süden, am dritten Tag rechts

Sonntag

Mein Radlerfreund Peter wüsste jetzt schon, wo wir morgen langfahren. Aber der ist heuer nicht dabei beim Hügelhopping, und ich weiß noch nicht mal auf die Straße genau, wie ich heute nach Wildeck-Obersuhl gekommen bin …

Der Reihe nach: Am Mittwoch beginnt die Frankfurter Buchmesse, und weil dieses Jahr bislang erschreckend radtourenarm geblieben ist, habe ich ein Bahnticket mit Fahrradbeförderung gekauft, und zwar für zwei Tage früher als nötig. Der Hintergedanke war, je nach Goldenheitsgrad des Oktobers entsprechend früher auszusteigen und noch ein paar Hügelchen unter die Räder zu nehmen. Da die Wetterprognose leidlich günstig ist, beende ich die Bahnfahrt am Sonntagvormittag bereits in Göttingen und sattle das mittelschwer bepackte Tourenrennrad. Von hier werden, schätze ich, drei- bis vierhundert Kilometer zusammenkommen, und im Prinzip muss ich immer nur nach Süden fahren und am dritten Tag rechts abbiegen. Weiterlesen „Immer nach Süden, am dritten Tag rechts“

Auf der Reeperbahn nachts um halb acht


War mal wieder eine nette Feierabendradtour vorigen Freitag, im kleinen Kreis von offiziell knapp 3500 Leuten …

Die neonorangene Jacke, die oben im Bildzentrum zu sehen ist, gehört übrigens meinem Lütten, dem die Sache womöglich noch mehr Spaß gemacht hat als mir.

 

Theoretisch bin ich ein bisschen zwiegespalten bei dieser Critical-Mass-Sache, weil sie manchmal ein bisschen arg martialisch rüberkommt. Das Logo z.B. ist zwar grafisch klasse, aber inhaltlich echt daneben … Praktisch war es die paar Male, die ich bisher mitbekommen habe, eine ziemlich friedliche, freundliche Angelegenheit. Und speziell jetzt in der Nebensaison ist es ja nicht verkehrt, als Radler etwas Präsenz auf der Straße zu zeigen. Im Hochsommer kann das ja jeder :-)

Weiß-blauen Himmel hat’s nicht bloß in Bayern

Impressionen meiner diesjährigen Schaalsee-Umrundung – fast schon rituell die erste nennenswerte Radtour der Saison, allerdings jedes Jahr auf einer anderen Strecke und mit dem Anspruch, möglichst immer auch ganz neue Abschnitte zu entdecken. (Man muss es mit den Ritualen ja nicht übertreiben.)


Das erste und die beiden letzten Bilder zeigen denselben Baum, nur vormittags bzw. abends – einer meiner Lieblinge in dieser Gegend seit Jahren. Tiere sind leider keine im Bild festgehalten, obwohl es unterwegs einige zu sehen gab: Hasen, Kraniche, Rehe, Graureiher, eine schwimmende Ringelnatter, Füchse sowie einen prächtigen Seeadler beim Fischfang. Aber ich hatte nur eine kleine Knipse mit Normalobjektiv dabei …

Verschlafene Traumstraßen

Zwischen Passo Dasdana und Giogo del Maniva

Passo Crocedomini, Giogo del Maniva, Passo Dasdana – wohl den wenigsten radelnden Serpentinensammlern dürften diese Namen geläufig sein. Was schade ist, denn diese und einige andere Übergänge in der Tre-Valli-Region zwischen Adamello-Gebirge und Gardasee lassen sich zu einer wunderschönen kleinen Rennrad-Tour kombinieren (sofern man seinen dünnen Reifen ein bisschen Schotter zumuten mag – bei angepasster Fahrweise ist das allerdings kein Problem), die sehr unterschiedliche, durchweg sehenswerte Landschaften erschließt und spektakuläre Blicke in die umliegenden Höhenzüge erlaubt, wobei sie auf weiten Teilen angenehm verkehrsarm bleibt.
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