Höchstwahr­scheinlich ja

Eine kurze Unterbrechung der aktuellen Sendepause, um aus dem Archiv eine Frage hervorzukramen, die ich mir 2012 erstmals laut gestellt habe und die mir schon damals rhetorisch vorkam:

Wäre es möglich, dass Leute, die sich aus idealistischen Motiven für Freiheit im Netz engagieren, bloß nützliche Idioten sind, Handlanger wider Willen für Menschen und Institutionen, die skrupellos genug sind, beim Stichwort Freiheit nur an die Abwesenheit von Begrenzungen für ihre Bereicherung auf Kosten Dritter zu denken?

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5 Kommentare zu „Höchstwahr­scheinlich ja“

  1. Das erinnert mich sehr an das Argument aus alten linken Zeiten: „Dass Du nicht merkst wie sehr das System Dich unterdrückt, ist Beweis dafür, wie gut es funktioniert“

  2. Hehe, in dieser Verknappung find ich das doch allzu verschwörungsgeraunt :) na gut, ich bin aber auch nicht sonderlich alt-links …
    Aber zum Thema: Es ist ja eine weder neue noch originelle Erkenntnis, dass das Eintreten für Freiheitsrechte immer auch die Rechte jener stärkt, die sich ihrerseits einen Dreck um die Rechte aller anderen kümmern. Bloß erscheint mir das Missverhältnis im Internet besonders ausgeprägt, was mir bei der aktuellen Facebook-Debatte mal wieder auffällt – am allermeisten profitieren von den Freiheiten im Netz die, die es (imho) am wenigsten verdienen. Weshalb ich bei jedem bisschen ins Internet zu investierender Energie inzwischen dreimal überlege, ob sie nicht offline besser angelegt ist. (Und dass ich diese Frage häufig mit ja beantworte, merkt man hier ja deutlich.)

  3. Nein, nein, nein! Es gibt Leute die gern Idealisten jeder coleur als nützliche Idioten ausnutzen. Deswegen sind
    diese aber längst nicht „bloß nützliche Idioten“. Wer ein Ideal vertritt, ist derjenige, der überhaupt noch
    das Licht am Ende des Tunnels leuchten lässt. Ohne die „Gutmenschen“ gibt es nur noch die „Schlechtmenschen“. Ohne die „Naiven“ gibt es nur noch Ausbeutung.
    Sicher ist das nicht die Welt, die ich gern möchte. Die Hoffnung verlieren auf die Utopie,
    nur weil es die 5-10% Soziopathen gibt? Das ist keine Option! Ok, es ist ja hier ein Magazin für Pessimismus, aber trotzdem :-)

  4. Ich verliere ja nicht die Hoffnung auf die Utopie – allerdings ist meine Lieblings-Utopie dadurch gekennzeichnet, dass es im Privatleben überhaupt keine Computer und kein Internet mehr gibt :-)

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