2017 war ein überdurchschnittliches Jahr

Zumindest bezogen auf meine Schreib-Frequenz in diesem Blog:
Artikel pro Jahr 2005 bis 2017
Dies ist der 99. Artikel in diesem Jahr und zugleich der 1162. insgesamt unter dieser Webadresse veröffentlichte, was einem Jahresschnitt von rund 89 entspricht.
Diese Statistik ist insofern ein bisschen verfälscht, als ich von 2005 bis 2009 mit unterschiedlichen Blogplattformen experimentiert habe und beim Löschen des nicht mehr Gebrauchten damals nicht zimperlich war. Die hier noch gespiegelten Texte aus den ersten fünf Jahren sind also nur ein kleiner Teil dessen, was ich tatsächlich mal veröffentlicht habe.

Dass ich 2017 so schreibwütig war, finde ich selbst einigermaßen überraschend; bevor ich die Zahlen ins Spreadsheet eingetippt hatte, war ich davon ausgegangen, zwar mehr als im Vorjahr, aber doch insgesamt deutlich weniger als in den Peak-Jahren am Anfang des Jahrzehnts verfasst zu haben. Noch fleißiger als ich beim Schreiben wart 2017 übrigens ihr beim Kommentieren; vielen Dank dafür!

Und was kommt jetzt?

Im Moment würde ich zwar drauf tippen, dass ich in 2018 verstärkt mein handwerkliches Themenspektrum nebenan beackern werde, statt mich weiter an den Schattenseiten der Digitalisierung abzuarbeiten. Zu letzteren kann man ohnehin kaum was Originelles mehr schreiben, weil ja die meisten Neuentwicklungen im Großbereich Internet allzu offensichtlich zu überhaupt nichts gut sind (außer vielleicht dafür, ihre Benutzer zu Sklaven nicht demokratisch legitimierter Machtstrukturen zu machen – was vielleicht doch noch mal ein Thema wäre, aber nicht hier und jetzt).

Andererseits kenne ich mich ja und weiß, dass ich da unten in der Werkstatt gern mal so in Flow komme, dass ich wochenlang komplett vergesse, dass es dieses Internet gibt und dass man da auch was reinschreiben kann – und das ist ja schon sehr kurz vor dem Idealzustand schlechthin, nämlich das Leben wieder komplett unvernetzt zu führen … Kurzum: zum weiteren Verlauf der oben abgebildeten Kurve mal lieber noch keine Prognose :-)

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5 Kommentare zu „2017 war ein überdurchschnittliches Jahr“

  1. Ich hinterlasse an dieser Stelle die besten Wünsche für das Jahr 2018 , möge Deine realweltliche Lebensgestaltung gut glücken. Ansonsten bin ich froh, dass Du viel geschrieben hast, auch wenn ich wenig kommentiert habe, war ich lesend immer dabei. Das ist einer der verbleibenden Pluspunkte des Webs – das lose und gedankliche in Kontakt bleiben ist möglich. Ich schließe mit einem Vorsatz und der Hoffnung fürs neue Jahr, dass wir uns endlich mal real treffen.

  2. Ich auch! Auch gerne weiter Tech-Kritik. Vielleicht komprimierter. Gerne auch mehr Handwerkliches. Ich glaube ja, dass wir da mit Illich noch nicht durch sind. Da ändert sich noch was am Textbegriff, jetzt und hier um uns herum. Und verstehen werden wir das nur, wenn wir verstehen, wie es vorher war, und davor.

  3. Stichwort Tech-Kritik: Da haben mich um den Jahreswechsel ein paar Sätze auf dem 34C3 (einige Streams habe ich verfolgt) und ein Interview mit Dirk von Gehlen im DLF mal wieder drauf gestupst, dass die Sache etwas grundsätzlicher anzugehen ist. Aber bevor ich das in einen Artikel packe, muss ich mich selbst noch sortieren, deshalb erst mal hier skizziert:

    Noch ist ja (so mein Eindruck) die Ansicht dominant, dass das Internet zwar in einigen Details kaputt ist, aber durchaus noch von innen heraus repariert werden kann, wenn nur das Bewusstsein für die Probleme vorhanden und die guten Hacker emsig genug sind. Und diesen Optimismus, den kann ich nicht nachvollziehen: Es gibt ja im Prinzip zwei Positionen zum Netz, nämlich
    1. die Ansicht, dass das Internet den Menschen zu dienen habe, und
    2. die Meinung, dass der Mensch (in seiner Eigenschaft als gläserner Konsument) dem Internet (also einigen Konzernen und autoritären Herrschern) zu dienen habe.
    Und von den Proponenten von Position 2 werden wir meiner Überzeugung nach längst nur noch geduldet: Open Source, Krypto, kleine Startups ohne Mega-Funding, freundliche Alternativen zu jeder Art von Monopolbildung – das alles ist nur so lange online, wie es dem Gegner als Feigenblatt nützlich ist.

    Freie Kommunikation, freie Software usw. kann in letzter Konsequenz nur in einem freien Ökosystem überleben, und das Internet mit seinen aktuell gültigen Betreibern, Protokollen und Bedingungen ist schon lange nicht mehr frei.

    (Wie gesagt: Nur eine Skizze, die dringend der Ausarbeitung bedarf.)

  4. Da bin ich auf die Ausarbeitung gespannt, denn der These würde ich intuitiv widersprechen, was wenig überraschend sein dürfte.

  5. Das kann noch ein bisschen dauern; aber um es schon mal weniger abstrakt zu machen, picke ich ein Beispiel aus dem Interview mit DvG heraus. (Das lässt sich übrigens noch beim DLF nachlesen.)

    Er sprach da von einem Ansatz, bei der Navigation per Smartphone Geolocation nur für den Moment zu erfassen, so dass die Daten nicht dauerhaft gespeichert werden (vermutlich war gemeint: auch ohne Onboard-Karten, sonst wärs ja nicht erwähnenswert). Und das ist zwar eine sehr sympathische Idee, aber welche Halbwertzeit kann die denn haben? Sobald eine solche Technik so weite Verbreitung findet, dass sie bei den geodatendealenden Big Playern messbare Einbußen verursacht, ist die voraussichtlich schneller vom Markt geschossen, als der Erfinder hoppla sagen kann …

    Allgemeiner sind die treibenden Kräfte hinter weltumspannend großen Dingen doch zwei Faktoren: Entweder etwas ist militärisch nutzbar oder es verspricht unfassbar riesige Profite. Aufs Internet trifft beides zu. Weshalb ich nicht daran glaube, dass dort harmlose, menschenfreundliche, nicht primär gewinnorientierte Projekte außerhalb kleinster Nischen nennenswerte Überlebenschancen haben.

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