Music As A Healer

a box full of suggestions for your possible heart

Dreizehnter Tag Fieber in Folge. Die ganze Zeit habe ich ja fast keine Musik gehört; einmal das Album „The White Birch“ durch­laufen gelassen, um meiner Tochter* zu zeigen, was ich damit meine, dass man Codein(e) ja nicht nur schlucken, sondern auch hören kann, aber ansonsten blieb die Anlage aus. Denn ich dachte mir, wenn schon der Körper in der Ecke hängt, mag ich nicht auch noch dem Geist Vorgaben zur Richtung machen.

Mit der Strategie war gestern Abend Schluss. Ich wollte nicht schon wieder morgens um sechs neben dem nächsten vollge­kritzelten Notizblock mit neuen Kurzge­schichten und Layout-Konzepten hochschrecken, deshalb habe ich zur Nacht hin auf eher niedriger Lautstärke meine Erste-Hilfe-Playlist auf Zufall gestellt.

Einschub: Es wäre witzlos, die hier komplett zu listen, eine Erste-Hilfe-Playlist kann man sich nur selbst anlegen. Aber für eine Idee: Neben den unver­meidlichen Downtempo-Nummern von Bright Eyes / Conor Oberst (Zitat) sind da drin vor allem die Es-Dur-Cellosonate von Brahms (die gibts zwar auch für Klarinette, aber Kim Kashkashian und Robert Levin (ECM) beweisen, dass das nur die halbe Wahrheit sein kann), die dunkleren Tracks aus der crowd­gefundeten Tetralogie der Cowboy Junkies und im Wechsel mindestens ein Album der Piano-Solos von Linford Detweiler.** Und dann halt noch auffüllen: von Nico, The Falconer über Low, $20 und Weimarband, Eiffel Tower bis Marianne Faithfull, There Is A Ghost mit allem, was nach November klingt. (Denn ist nicht genau das ein wesentlicher, wenn nicht der einzige Daseinszweck von Musik, nach November zu klingen? Im Frühling bin ich sowieso dauernd draußen und genieß das Gezwitscher, da brauch ich nicht auch noch Vivaldi.)

Jedenfalls hat das ganz gut gewirkt. Ich habe zwar auch nicht komplett ohne Unter­brechungen geschlafen, aber dafür hat man ja seine Mittelchen.*** Und heute früh war zwar, wenig überraschend, der vorliegende Artikel im Kopf, aber sonst nichts. Und der war ja nun schnell runter­getippt und ist jetzt rückstandsfrei weg.

Heute also vielleicht noch mal Musik anmachen.

***

* Als Trägerin eines mit Bedacht selbst gewählten Joy Division-Hoodies und einer on location gekauften aktuellen NMA-Tourkutte kann sie immerhin dokumentieren, von richtiger [TM] Musik nicht komplett unbeleckt zu sein :-)
** Beim Durchgucken fällt mir auf, dass ich kein einziges Triphop-Album besitze. Die Playlists befülle ich ja mit gerippten CDs, aber meinen in diesem Jahr stark steigenden Portishead-Bedarf etwa decke ich wie ein Teenie mit Streaming …
*** Wahrscheinlich funktio­niert der Trick nur, weil ich das Zeug im Alltag nicht ausstehen kann und nur medizinisch anwende: Wenn ich nachts um zwei wach werde, trinke ich ein Glas kühle Cola. Rasch über die Zähne bürsten, hinlegen, weiter­schlafen, super.

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2 Kommentare zu „Music As A Healer“

  1. gute besserung – ich habe meist einen kalten kaffee (sakrileg, ich weiss) in der küche stehen – davon nehme ich dann einen schluck und schon kann ich hervorragend weiterschlafen. auch ohne fieber wirksam ;-)

  2. Danke. Das klingt wie eine gute Idee mit dem Kaffee. Ach, Sakrileg, was wirkt, hat recht.

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