BR2049?

Es mag überraschend klingen, dass er in mein Beuteschema passt,* aber in meinen Augen ist der Director’s Cut von Blade Runner einer der größten Filme ever;** faszinierend auch insofern, als der ja nur ein Versuch war, einem vormals verdienten Flop nochmals etwas Geld zu entlocken. Plansoll übererfüllt. Weshalb ich natürlich gleich drüber nachgedacht habe, ob ich seinem Nachfolger eine Ausnahme einräumen mag von der Regel, Ich geb doch kein Geld aus für Reklame angucken und Tacotütenrascheln in Dumbi Analog Surround. Leider deutet alles darauf hin, dass Blade Runner 2049 eine klassische Drei minus geworden ist, gerade noch irgendwie okay. („Alles“ natürlich einschließlich der umfassenden Synopsis auf imdb.com, denn einem wirklich guten Film kann es egal sein, ob man schon vor dem ersten Anschauen seine Handlung Szene für Szene kennt. Dass kein Blogartikel über die nächste Staffel XXX auf das Wort „Spoilerwarnung“ verzichten zu können glaubt, deutet doch bloß auf die Allgegenwart des Mediokren hin.) Das alles also vermittelt mir den Eindruck, hier haben wir einen ziemlich schönen (im erweiterten Sinne) Film, der allzuviel Detailverliebtheit in Nebensächliches investiert und einen potenziell faszinierenden Nebenarm der Geschichte über Gebühr knapp hält. Passt das?

Hoffentlich kommt bald die DVD raus.

* Zurschaustellung von exzessiver Gewalt lehne ich grundsätzlich ab, wenn sie religiöser Triebabfuhr dient (Mel Gibson), ha-ha-ha-witzig sein soll (Quentin Tarantino), ihre eigene Logik nicht kapiert hat (David Fincher) oder allzu beiläufig daherkommt (wie in neueren Bond-Streifen, vor allem seit Daniel Craig die Lizenz übernommen hat). In diesem Sinne hab ich nix Persönliches gegen Christoph Waltz, nur als Beispiel – toller Schauspieler, aber seinen üblichen Typus muss ich einfach nicht sehen, es reicht mir schon, dass solche Spackos die Real-Life-Nachrichten dominieren.

Wenn die Bedingungen und Folgen von Gewalt die Geschichte tragen, dann ist das für mich in Ordnung; in diesem Sinne steht Blade Runner in meinem Zuneigungsregal etwa neben Apocalypse Now und Heaven’s Gate, Spiel mir das Lied vom Tod und Waltz with Bashir. Es mag noch eine Menge mehr Filme geben, die in diese Kategorie passen, aber hey, ich hab schon sonst für nix Zeit.

** die deutsche Synchronfassung ist dabei um exakt ein Wort größer als die englische; auch das hat man selten.

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