Kurz notiert

1
Schnelles Denken, langsames Denken
lautet der Titel eines faszinierenden Buchs des Kognitions­psychologen Daniel Kahneman. Es behandelt laienfreundlich die Mechanismen der Entscheidungs­findung und fängt ganz harmlos (und sehr gut lesbar – Übers. Thorsten Schmidt) an, weist aber im weiteren Verlauf so über­zeugend nach, dass die von gewissen ökono­mischen Schulen behaup­teten streng ratio­nalen Akteure eben dies, Behaup­tungen ohne reale Substanz, sind, dass ich mich sogar dabei ertappte, dem Autor sein Plädoyer pro Nudging nicht übel zu nehmen. An diesem Punkt fehlten mir allerdings Überle­gungen, wer mit welchem Mandat wem gegenüber in welchem Umfang stups­befugt sein sollte; aber gut, dann wäre der Schinken noch mächtiger geworden, und ich wäre womöglich immer noch nicht fertig.

2
Wann kommt endlich WordPress 4.9.1? Soll ich echtjetz auf den ganz ersten Minor updaten? Wer macht denn so was? (Schon klar: ungefähr alle außer mir.)

3
Schnelle Browser, langsame Browser
Firefox ist wieder cool. Wusstet ihr schon. Wär mir nicht aufge­fallen, weil ich den längst nur noch im Dock dulde, da es ganz praktisch ist, einen Browser mit Startseite 192.168.178.1 zur Hand zu haben. Ja, fritz.box – nein, mühsam :)

Chrome würde ich aus Gründen ja nicht mal mit dem kleinen Zeh anfassen, aber der ist blöderweise seit Jahren bei mir der Einzige, mit dem ich verläss­lich meine Umsatz­steuer­voranmeldung abgeben kann, unabhängig vom gefühlt halb­monatlichen Website-Redesign bei der Krähe. Beim letzten Mal funktionierte das übrigens am besten, nachdem ich das Fenster auf etwa 480*800px zugeschubst hatte. Mobile first in Reinkultur – die Kollegen von elster­online sind sogar noch cooler als Firefox.

Opera kann man ohne Gedöns mit ange­schaltetem VPN starten, und in ziemlich seltenen Fällen ist es leidlich nett, ohne den Tor-Bremser Geoblocking umgehen zu versuchen zu können.

Safari ist meine einzige Anwendung, auf die die iCloud zugreifen darf: für die weniger sensible zentrale Lese­zeichen­sammlung und für nahtloses Weiter­arbeiten beim Wechsel zwischen MacOS- und iOS-Geräten. Wobei der Terminus „Arbeiten“ – i.S.v. arbeiten können, wie mans vom Rechner kennt und mit Recht erwartet – im Zusammen­hang mit dem iPad mutmaßlich-bekanntlich ein erschreckend schlechter Witz ist. – Ach, und flickr läuft im Safari rund. (Oh je, Kerl, beschrei’s nicht.)

Den Tor-Browser habe ich da oben verschaukelt, aber seit er an der Vectoring-Buchse so etwas wie Performance erahnen lässt, ist er endlich, aus in diesem Blog vielfach erörterten Gründen und nicht nur wegen seiner berückenden Multi­color­zwiebel, mein unange­fochtener Liebling. Funktioniert halt quasi nichts damit, was das Jungvolk im Netz machen will, aber (fast) alles, was ich von einem Browser brauche und erwarte. Ich nutze ihn auf den Macs unter eben diesem Namen bzw. auf dem Pad als Tob.

Aber nicht auf der Xubuntu-VM. Da nehme ich nun doch den normalen Firefox, weil der direkt unter Thunderbird im Menü steht und ich da möglichst wenig Arbeit haben will.

4a
Die virtuelle Maschine brauch ich aber auch nicht aus Privacy-Tüdelü, sondern um in Theorie und Praxis für die dräuende Post-Mac-Ära gerüstet zu sein. Denn seit dem 2012er Non-Retina MBP haben die ja nix G’scheits mehr gebaut, und wer weiß, wie lange die Kisten noch mitmachen.

4b
Wobei natürlich Scribus, obschon ganz okay inzwischen, nicht mal ansatz­weise mit InDesign mithalten kann. Auch nicht mit Quark XPress übrigens, das man gerade in der 2015er Vollversion (no tricks, zwei Installationen, nur maxiaufwendiges Anmelden und Downloaden) fürn Zehner, also ziemlich exakt 1% des damaligen VK, nämlich für den Kaufpreis des aktuellen c’t-Sonderhefts „Kreativ arbeiten“, in der Bahnhofs­buchhandlung findet. – Moment mal, ich habe es doch nur auf einem Mac instal­liert, dann könnte ich notfalls auch auf Windows 10 … Schatz, Schaaatz, wo hattest du das Desinfek­tions­mittel hingepackt?

5
In echt weiß ich natürlich, wo dit Fläschgen steht – denn ich bilde mir ein, dass man es meinen letzten paar Texten anmerken kann, dass sie in den dunkelsten Nacht­stunden unter dem nicht wenig euphori­sierenden Einfluss solider Fieber­schübe (oder sind diese Medika­mente einfach verflixt guter Stoff? Jedenfalls sind sie noch ohne WLAN. Glaub ich.) entstanden sind. Wenn mir der Quatsch nach hoffent­licher Rekonva­leszenz zu quatschig ist, lösch ich ihn also vielleicht wieder. Seid mir dann nicht böse, bitte, danke.

6
Schnelles Schreiben, langsames Schreiben (danke, reicht jetzt auch)
Jedenfalls bin ich im Flow wie selten, aber gleich­zeitig ist die Tipperei eine harte Zumutung. (Bis hierher hat die Artikel­produktion drei Shirts durch­geschwitzt. Haste auch nicht alle Tage.) Ich glaube, vor der nächsten Erkältungs­saison installiere ich eine SprachKrächzerkennungs­software.

***Letzte Frage***Hab extra den höchstbewerteten Schneebesen im ganzen Internet bestellt. Aber wie soll ich damit den Bürgersteig freikriegen?***

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5 Kommentare zu „Kurz notiert“

  1. @4.9.1 … warum wartest Du darauf? Ist bei Dir was in Grütze gegangen zu 4.9 oder hast noch nicht auf 4.9 gewechselt?

  2. Ich mach das bei WP, keine Ahnung, ob es nötig ist, so wie mit großen Versionssprüngen in nichtexperimentellen, sprich Produktivsystemen. Die ersten ein, zwei Patches dürfen gern veröffentlicht sein, bevor ich an Bord bin.

  3. Dass es gerade dich überrascht, hab ich als Indiz genommen, dass nmE nichts passieren kann. 4.9 läuft und augenscheinlich mein Blog mit. Danke.

  4. Also im Palasthotel machen wir das auch so: Solange keine Sicherheitsfixes bei Major-Releases dabei sind warten wir immer erst einmal. Wir haben da ja auch wirklich komplexe Sites laufen.

    Privat drücke ich sooft und so schnell den Updatebutton, wie ich nur kann und seit Ewigkeiten ist da nix kaputtgegangen.

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