Nur ganz kurz zum „Staatstrojaner“

Dieses ganze Computer­sicherheits­gedöns ist ja in letzter Zeit nicht mehr so mein Thema, aber zum so genannten Staats­trojaner muss ich doch was loswerden.

Vorgeblich geht es dabei ja darum, Ermittlungs­behörden angesichts zunehmend verschlüsselter Übertragungs­wege das Mitlesen der Kommuni­kation von Verdäch­tigen zu ermög­lichen: nämlich indem man, eben mit Techniken, die sich volks­tümlich als Trojaner bezeichnen lassen, den Zugriff auf diese Kommu­nikation erlangt, bevor sie ver- oder nachdem sie entschlüsselt wurde.

Und da merkt man auch gleich, wo der Haken ist: Sobald ich befürchten muss, zur Zielgruppe des Staats­trojaners zu gehören, lagere ich doch meine gesamten krypto­grafischen Vorgänge auf eine Maschine aus, die nicht mit dem Internet verbunden und deren System idealer­weise schreib­geschützt ist. Dann ver- und entschlüssle ich dort und trans­feriere nur noch das Krypto-Krickel­krackel auf den potenziell verwanzten Rechner. Ist ein bisschen umständlich, aber einigermaßen sicher. Wenn ich richtig dicke Dinger plane, sollte sich der Aufwand jeden­falls lohnen.

Damit wird dasselbe passieren, was ungefähr immer passiert, wenn die Straf­verfolgung techno­logisch aufrüstet: Man schnappt ein paar mehr Kriminelle der Kategorie Gelegenheits­ladendieb, und die richtig üblen Gestalten kichern sich eins. Und die für dieses Gesetz Zuständigen wissen das selbst­verständlich genau – gegen­teilige Aussagen sind Augen­wischerei. Erinnert euch dran, wenn wir nächstes Jahr um diese Zeit zu hören bekommen, dass der Staats­trojaner leider noch nicht den gewünschten Erfolg brachte und dass die Behörden deshalb nun doch jegliche Verschlüsselung mit schwerem Gerät knacken können müssen … Spätestens dann hat sich das Lippen­bekenntnis, der unbescholtene Bürger müsse sicher kommunizieren können, endgültig erledigt.

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