Gelesen: Frank Schirrmacher, “Payback”
Lange schon fiel es mir nicht mehr so schwer, etwas über ein Buch zu schreiben. Zum Glück liegen die zahlreichen Rezensionen zum Erscheinen ausreichend weit zurück, um mir nicht mehr im Gedächtnis präsent zu sein, und so bin ich ganz auf meine Eindrücke angewiesen. Und die sind sehr durchwachsen:
Im hinteren Drittel gefiel mir “Payback” ausgesprochen gut, und zwar insbesondere der Gedanke, dass es in Bildung und Erziehung nicht darum gehen dürfe, den Menschen möglichst rechnerkompatibel zu machen, sondern dass man im Gegenteil die Unterschiede zu den Maschinen, Dinge wie Kreativität oder auch Fehlertoleranz, stärken sollte. Doch bis dorthin war es ein weiter Weg: Der größere erste Teil des Buches erschöpfte sich in (und mich mit) ausufernden Anekdoten von der Technoskeptizismus-Front, die deutlich mehr Tippfehler* als echten Nährwert hatten, geschweige denn einen für mich erkennbaren roten Faden. Insgesamt hatte ich nach dem finalen Zuklappen ein merkwürdig ungesättigtes Gefühl, so als hätte man das Wesentliche des Buches ganz prima auf anderthalb Zeitungsseiten komprimieren können. Oder sein eigentlicher Gehalt spielt sich auf einer mir intellektuell unzugänglichen Metaebene ab, auch das wäre eine denkbare Erklärung fürs Ungesättigtsein.
*mir lag die erste Ausgabe von “Payback” vor – hoffentlich ist da zwischenzeitlich nachgebessert worden

