Weiter gehts

Mit der Feinabstimmung des Designs drüben bin ich noch nicht fertig, aber im Wesentlichen funktioniert die Seite schon. Sie übernimmt zusätzlich alle bisherigen Inhalte von hier; ältere Artikel können dort weiterhin kommentiert werden.

Weiterhin viel Spaß beim Lesen und Schreiben!

Übrigens hat, man muss das ja mal lobend erwähnen, die Migration von wp.com zu wp.org tadellos geklappt. Das Einzige, was im neuen Blog leider nicht funktioniert, sind die Slideshows. Diese verlinke ich dort jeweils zu ihren hiesigen Pendants.

Trennungsschmerz

Nicht alles, was der Duden erlaubt, ist gleichermaßen sinnvoll. Wo trennt man das Wort „Urinstinkt“ und, vor allem: wo nicht?

Herzlich willkommen!

Hamburgs grünes Herz, der ebenso große wie schöne Park Planten un Blomen, hat im Bereich der Messehallen einen neuen Eingang erhalten …

… und Attribute wie „einladend“, „sympathisch“ oder auch „organisch“ drängen sich angesichts der formalen wie auch der farblichen Gestaltung geradezu auf.

Ich kann mir das nur als Missverständnis erklären: Eine Querstraße weiter befindet sich die Untersuchungshaftanstalt, und da müssen im Zuge mehrerer Renovierungsprojekte die Baupläne vertauscht worden sein.

Wasser, Wolken und Wind

„Wer den Wind nicht sieht, hat die Küste nicht verdient,“ wurde mir neulich vorgehalten, als ich zu sagen wagte, dass das Radfahren bei Gegenwind auf dem Deich zermürbender sei als das im Gebirge, wo man seinen Feind zumindest sehe. Ob ich neulich auf den Inseln der dänischen Südsee nicht nur Wasser und Wolken, sondern auch Wind fotografiert habe, liegt vermutlich im Auge des Betrachters.

Licht über den Wellen

Und ob Ihr den Wind in meinen Bildern seht, könnt ihr in den nächsten Tagen drüben im Silberpixel-Blog prüfen :-) Ein knappes Dutzend Landschaftsaufnahmen, alle drei Tage eine neue, mit Leica M4P, 25 mm und 50 mm auf Agfapan 100. Einige weitere, eher dokumentarische Bilder werden dann demnächst den Reisebericht schmücken.

Gelesen: Frank Schirrmacher, „Payback“

Lange schon fiel es mir nicht mehr so schwer, etwas über ein Buch zu schreiben. Zum Glück liegen die zahlreichen Rezensionen zum Erscheinen ausreichend weit zurück, um mir nicht mehr im Gedächtnis präsent zu sein, und so bin ich ganz auf meine Eindrücke angewiesen. Und die sind sehr durchwachsen:

Im hinteren Drittel gefiel mir „Payback“ ausgesprochen gut, und zwar insbesondere der Gedanke, dass es in Bildung und Erziehung nicht darum gehen dürfe, den Menschen möglichst rechnerkompatibel zu machen, sondern dass man im Gegenteil die Unterschiede zu den Maschinen, Dinge wie Kreativität oder auch Fehlertoleranz, stärken sollte. Doch bis dorthin war es ein weiter Weg: Der größere erste Teil des Buches erschöpfte sich in (und mich mit) ausufernden Anekdoten von der Technoskeptizismus-Front, die deutlich mehr Tippfehler* als echten Nährwert hatten, geschweige denn einen für mich erkennbaren roten Faden. Insgesamt hatte ich nach dem finalen Zuklappen ein merkwürdig ungesättigtes Gefühl, so als hätte man das Wesentliche des Buches ganz prima auf anderthalb Zeitungsseiten komprimieren können. Oder sein eigentlicher Gehalt spielt sich auf einer mir intellektuell unzugänglichen Metaebene ab, auch das wäre eine denkbare Erklärung fürs Ungesättigtsein.

*mir lag die erste Ausgabe von „Payback“ vor – hoffentlich ist da zwischenzeitlich nachgebessert worden

Manchmal sinds die kleinen Dinge

Lag es nur am durchwachsenen für Sommerverhältnisse erfreulich erträglichen Wetter oder hatte es auch damit zu tun, dass wir in Dänemark statt in Deutschland unterwegs waren? Jedenfalls wurden wir dieses Jahr beim Radeln an der Ostsee bei keinem einzigen Zeltplatz abgewiesen und hatten auch sonst viel Spaß und kaum Ärger. Ein kleiner Bericht folgt an dieser Stelle, sobald die Filme entwickelt und gescannt sind, bis dahin gibts schon mal ein paar allgemeine Notizen.

Packlisten fürs Camping sind, speziell wenn der Platz wie beim Radeln sehr begrenzt ist, eine Wissenschaft für sich, leben von Fantasie und Improvisation und sind stetem Wandel unterworfen. Hier zeige ich euch ein paar Dinge, die uns dieses Mal als besonders nützlich aufgefallen sind:

Für die kleine Wäsche gibt es zwar im Outdoorladen pfiffige Leinen, die elastisch und doppelt in sich verzwirbelt sind, um die Klamotten ohne Klammern zu halten. Das funktioniert aber bei starkem Wind bestenfalls für Socken, nicht aber für T-Shirts und Handtücher. Und normale Wäscheklammern haben in der für vier Personen nötigen Stückzahl schon wieder ein viel zu großes Packmaß. Dieser Fund im Euroladen entpuppte sich insofern als Glücksgriff:

Die Klammern sind klein, leicht und halten Windböen sogar noch etwas besser stand als die gefederten. Und selbst ohne Klappmechanik kann man damit auch spielen:

Worauf schneidet man denn unterwegs einen Laib Brot? Die clevere Antwort meiner Liebsten lautet: Man nehme eine Schneideunterlage vom Discounter und säble sie auf ein Format zurecht, das es ermöglicht, die Matte ohne Falzen oder Rollen in die Hinterradtasche zu schieben.

Und womit schneidet man das Brot? Das Messer im Bild oben hat sich für diesen Zweck nun schon seit mehr als zehn Jahren bewährt. Es hat eine rund 14 cm lange, schlanke Klinge ähnlich der typischen Laguiole-Form, ist allerdings bloß ein „Slim-Line“-Modell von Opinel und kostet entsprechend nur einen Bruchteil des Klassikers. Und die Klinge ist ohne jegliches Nachbehandeln immer noch biestig scharf.

Letztes Jahr hatte ich zur Fahrradsicherung ja noch das Zweieinhalbkilo-Panzerkabel dabei, das in der Großstadt unverzichtbar, auf Zeltplätzen im Nirgendwo aber völlig überdimensioniert ist. Das hier sollte reichen:

Und zwar, wenn es nur ums Zusammenschließen geht, sogar für alle vier Fahrräder. Da diese Stahlseile nur wenige hundert Gramm wiegen, hatten wir allerdings zwei dabei, die sich bei Bedarf koppeln lassen. Damit konnten wir die Drahtesel dann auch an dickere Baumstämme o.ä. anschließen.

Ach so, und einen schönen Trick habe ich mir dieses Jahr bei Dirk abgeschaut (Gruß nach Hessen): Seit 20 Jahren koche ich mit einem Benziner, der, wenn man ihn nur hinreichend hingebungsvoll pflegt, ein enorm leistungsfähiger Mobilherd ist. (Kochen ist damit bei uns allerdings Männersache, weil min Fru sich partout nicht an die Special Effects beim Vorheizen gewöhnen möchte …). Seit einiger Zeit zickte er allerdings ziemlich rum und wollte keine saubere Flamme mehr starten, und das trotz edlem Primus Fuel im Tank. Der Radlerkollege auf Langeland brachte mich dann drauf, entgegen der expliziten Vorschriften in der Anleitung die Vorheizflamme ganz ausgehen zu lassen und den eigentlichen Brennvorgang anschließend erneut zu zünden. Und was soll ich sagen? Arbeitet jetzt wieder einwandfrei. Nur warum bin ich nicht von selbst auf die Idee gekommen? Wahrscheinlich weil das Flammenwerferli so lange auch anleitungskonform funktioniert hat, dass ich mir irgendwann einredete, da sei irgendein Anwenderfehler im Spiel …

Und was sind eure Geheimtipps für sinnvolle Ergänzungen des leichten Reisegepäcks?

Gelesen: Richard Dawkins, „The Selfish Gene“

An diesem Klassiker der Evolutionsbiologie (erste Veröffentlichung 1976) hatte ich einige Wochen zu kauen, aber die Mühe hat sich gelohnt. Vordergründig geht es um die damals recht junge Theorie, dass Selektion weniger innerhalb von Gruppen oder Individuen als vielmehr auf der Ebene der Gene stattfindet. Dadurch, dass Dawkins seine Thesen mit gut nachvollziehbaren Beispielen aus der Pflanzen- und Tierwelt unterfüttert, hatte ich alle paar Seiten Aha-Erlebnisse dergestalt, dass plötzlich bestimmte menschliche Verhaltensweisen nachvollziehbar erschienen. (Um dem Eindruck vorzubeugen: Der Autor legt sehr viel Wert auf die Feststellung, dass er keinem genetischen Determinismus das Wort redet.)

Zusätzlich interessant wurde die Lektüre dadurch, dass ich die 30th Anniversary Edition erwischt habe, in der Dawkins mehr als 50 Seiten Notizen, Aktualisierungen und auch selbstkritische Anmerkungen zur Erstausgabe nachliefert. Dazu kommen noch zwei zusätzliche Kapitel, in denen unter anderem seine neuere These zum „Extended Phenotype“ angerissen wird, die in extremer Kürze besagt, dass Gene auf indirektem Wege auch ihre entfernte Umwelt beeinflussen können.

Insgesamt ein tolles Buch, das hohe Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit stellt (im Zweifelsfall vielleicht lieber die deutsche Übersetzung lesen, auch die sollte es als Jubi-Ausgabe 2006 geben), den Einsatz aber durch für ein Sachbuch extrem hohen Lesespaß und durch viele neue Einsichten belohnt.

Bei aller Liebe (2)

Ich hatte euch neulich von meinem Ärger mit einem kleinen Elektronikdingens berichtet. Nachdem im ersten Durchgang nur das Gerät selbst ohne den Akku getauscht wurde, die Probleme danach aber dieselben blieben, wurde nach dem vierten mindestens halbstündigen Schlangestehen also der Akku zum Austausch eingesandt. Vereinbart war, dass das Ersatzteil diesmal zu mir nach Hause geschickt würde; das war vor drei Wochen. Seither geschah: nichts.

Wenn dieser Laden (es handelt sich um eine große Hamburger Filiale eines großen deutschen Telekommunikationsunternehmens) eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse hätte (aber gut, in dieser Branche ist die Annahme absurd – mein Fehler), hätte ich ja früher schon nachgehakt. Heute nun hatte ich mal wieder LustZeit zum halbstündigen Schlangestehen und frug also vor Ort, was denn aus der Lieferung geworden sei. Tja, die sei am 23.6. als unzustellbar zurückgekommen. Aha, und da hätte man nicht mal eine der beiden Telefonnummern bemühen können, die ich auf dem Auftrag hinterlassen habe? Nö, ich sei ja kein Vertragskunde. (Vermutlich ist die Erkenntnis, dass jeder Stammkunde mal als Laufkunde angefangen hat, in diesem Laden streng geheimes Herrschaftswissen des Filialleiters.) Soso, und nur sicherheitshalber: An welche Adresse hat man denn geschickt? Ach so, 22955 Hamburg

Richtig, das Fachpersonal hat damals nur meine PLZ erfragt – und dann vermutlich aus Gewohnheit „Hamburg“ ergänzt. Aber wer kommt denn schon auf die Idee, dass das in der Datenbank nicht automatisch korrigiert wird? Man sollte annehmen, ein so trivialer Fehler sei anno 2011 ausgeschlossen. Aber ausgeschlossen ist offensichtlich nur, dass mal irgendwas auf Anhieb funktioniert :(

Sommerpause

Für einen analogen alten Sack wie mich sind Ferien ja immer auch Urlaub vom Computer. Deshalb passiert hier die nächsten paar Wochen wenig bis gar nichts, und damit ich mich hier nicht am Ende des Sommers durch Dutzende Spambeiträge wühlen muss, schalte ich für ein Weilchen die Kommentarfunktion in diesem Blog für die alten Beiträge aus.
Read you later :-)

Lichte Momente

Heute Morgen:

Heute Abend:

Beides rein globale Tonwertmanipulation übrigens: Die Trennung zwischen über und unter dem Regenbogen muss also bereits im Original angelegt gewesen sein :)

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