Kinderbuch des Monats ist unangefochten Gioconda Bellis wunderbar warmherziges “Die Werkstatt der Schmetterlinge” mit Illustrationen des großartigen Wolf Erlbruch.
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In diesem Monat habe ich etliche Bildbände durchgeschmökert, teils dank des Weihnachtsmanns, teils aus der Stadtbücherei. Gut gefallen haben mir (ohne detaillierte Einzelbesprechung):
Sempé: “Sempés Paris”
Sempé: “Sempés Frankreich”
Robert Polidori: “Zones of Exclusion – Pripyat and Chernobyl”
National Geographic: “Die Bilder”
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Gerald M. Edelman: “Das Licht des Geistes”
Neben Quantenmechanik die zweite Sache, die ich nicht wirklich verstehe, aber ungemein faszinierend finde: Hirnforschung. Hier wird in leidlich amateurfreundlicher Sprache ein Modell des menschlichen Bewusstseins vorgestellt, das Automatentheorien, denen zufolge unsere Gehirne lediglich hoch entwickelte Turing-Maschinen sind, ebenso eine Absage erteilt wie der Annahme, dass es sich beim Bewusstsein um eine metaphysische Größe handelt, die kausalen Einfluss auf neuronale Aktivitäten haben kann. Nicht mal eben nebenbei zu lesender Stoff, aber spannende zeitgenössische Wissenschaft. Wie sagt Jörg Kantel immer? “Da werdet ihr bestimmt nicht dümmer von.”
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Michael Jürgs: “Seichtgebiete”
“Warum wir hemmungslos verblöden”, verspricht der Untertitel in großen Lettern Aufklärung. Zumindest das “Warum” ist allerdings klassischer Etikettenschwindel: Denn diese boshafte Zustandsbeschreibung schlechter Fernsehunterhaltung liest sich zwar streckenweise durchaus unterhaltsam, schafft es aber allen großspurigen Ankündigungen zum Trotz bis zum Schluss nicht, die Niederungen ihres Sujets zu transzendieren. Stellen wir uns viele, allzuviele Oliver-Kalkofe-Sketche als Stummfilme vor, dann sind dies hier die Untertitel. Kann man machen. Muss man aber nicht.
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Elke Heidenreich, Quint Buchholz: “Am Südpol, denkt man, ist es heiß”
Klein und fein, liebenswert albern, zum Immerwiederdrüberfreuen.
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Jean-Jacques Fiechter: “Manuskript mit Todesfolge”
Ein Verleger hat mit seinem besten Autor eine persönliche Rechnung offen und inszeniert, in Ich-Perspektive und mit brillant gesetzen Tempowechseln, einen perfiden Rachefeldzug. Der blöde deutsche Titel (das Original heißt, viel anregender, “Tiré à part”) und das leider schlampige Korrektorat sollten euch nicht davon abhalten, zwei Stunden Schlafs zu opfern.
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Shimon Malin: “Dr. Bertlmanns Socken. Wie die Quantenphysik unser Weltbild verändert”
Ein weiterer Schritt auf meinem holprigen Weg, die Grundzüge der Quantenmechanik zu begreifen, und eine recht zwiespältige Erfahrung. Zwar ist Malins Buch in puncto Lesespaß einerseits und fachlicher Tiefe andererseits Silvia Arroyo Camejos “Skurrile Quantenwelt” mindestens ebenbürtig, kann also als Einstieg für ernsthaft Interessierte wärmstens empfohlen werden. Allerdings ist das panpsychistische Weltbild, dem der Autor anhängt, für jemanden wie mich, der sich eher einem Naturalismus Dennettscher Prägung zugehörig fühlt, mitunter recht schwer verdaulich. Mag ja sein, dass die Quantenwelt vielfältige Parallelen zu Whiteheads Prozessphilosophie aufweist, aber ich gestehe gern ein, dass ich mich schwer damit tue, mich selbst als nicht kontinuierlich existierend, sondern als diskrete Abfolge von “Pulsen der Erfahrung” zu begreifen. Und das ist erst der Anfang der Zumutungen, die hier auf den Intellekt lauern … Ich denke nicht, dass ich mich bewusst und prinzipiell einem grundlegenden Paradigmenwechsel in den Weg stellen würde, aber die hier propagierte Weltanschauung ruft bei mir doch in allzu vielen Details jenen Juckreiz hervor, den ich ansonsten von der Lektüre esoterischer Traktate kenne.